Berufsbildende Schulen werden eigenverantwortlich
(Quelle: RUNDBLICK, 12.08.10) Hannover. In der kommenden Woche werden die Regierungsfraktionen von CDU und FDP einen Änderungsentwurf zum Schulgesetz in den Landtag einbringen, der die Eigenverantwortlichkeit der niedersächsischen Berufsbildenden Schulen zum Ziel hat. Im Sinne des Modellversuchs “Berufsbildende Schulen in Niedersachsen als regionale Kompetenzzentren (Pro- ReKo)”, an dem sich in den vergangenen sieben Jahren 19 Schulen sowie 14 Schulträger beteiligt haben und der Ende dieses Jahres endgültig auslaufen wird, werden alle Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen ab 1. Januar 2011 neu strukturiert.
Sie sollen sich zu regionalen Kompetenzzentren weiterentwickeln. Das bedeutet, nicht nur die Bildungsangebote in ihrer Region zu gewährleisten, um auf die Qualifizierungsbedürfnisse vor Ort angemessen und flexibel reagieren zu können, sondern auch den leistungsschwächeren ebenso wie den leistungsstärkeren Lernenden durch individuelle Bildungsangebote bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.
In Absprache mit der regionalen Wirtschaft können sich die Berufsbildenden Schulen künftig an Maßnahmen Dritter zur beruflichen Aus- und Weiterbildung beteiligen und dafür auch Geld verlangen. Zur Umsetzung dieser Ziele erhalten sie die Landesmittel zur eigenverantwortlichen Sach- und Stellenbewirtschaftung sowie die Mittel des Schulträgers als sogenanntes gemeinsames Budget. Damit einher geht die Verpflichtung, vor Ort ein eigenverantwortliches Personalmanagement einzurichten, VerwaltungsleiterInnen sowie Assistenzkräfte einzustellen und diese stellenmäßig abzusichern. Zusätzlich muss das eingeführte umfassende Qualitätsmanagement (EFQM) als Grundlage für interne und externe Evaluation weiter ausgebaut und ein besonderes Gewicht auf die Qualitätsentwicklung des Unterrichts gelegt werden.
Die Berufsbildenden Schulen bekommen außerdem wie ihre allgemeinbildenden Pendants einen Schulvorstand aus Schulleitung, Lehrkräften etc. Den Schulbeirat dürfen sie frei gestalten, also auch Vertreter freier Berufe oder Kammern berufen. Über die schulfachliche Steuerung werden Zielvereinbarungen geschlossen. Nach Einschätzung des stellvertretenden Vorsitzenden der CDULandtagsfraktion, Karl-Heinz Klare, sind die Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen auf die Reform sehr gut vorbereitet und auch bereit, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Er gehe davon aus, dass der Gesetzentwurf im Landtag von einer breiten Mehrheit der Fraktionen mitgetragen werde und bereits im Oktober verabschiedet werden könne, sagte Klare am Mittwoch in Hannover.


