Landeselternrat wirbt für die Gleichstellung der Gesamtschulen
(Quelle: RUNDBLICK, 24.08.10) Hannover. Der Landeselternrat (LER) Niedersachsen hat in seiner Stellungnahme zum Verordnungserlass des Kultusministeriums für die Errichtung, Aufhebung und Organisation von öffentlichen Schulen eine Lanze für die Gleichstellung der Gesamtschulen mit den übrigen Schulformen in Niedersachsen gebrochen. Er lehnt deshalb den Verordnungsentwurf ab; er berücksichtige nur unzureichend die anstehenden Probleme, sondern schaffe stattdessen neue, heißt es.
Kernpunkt der Kritik ist das Festhalten der Landesregierung an der Fünfzügigkeit bei Gesamtschulen im Sekundarbereich I. Nach Meinung des LER wünschen sich die Eltern die Errichtung weiterer Gesamtschulen; diesem Anliegen trage diese Verordnung “in keinster Weise” Rechnung.
Der Interessenverband der Eltern hat vier Forderungen aufgestellt:
1. Die Gesamtschulen sollen im Schulgesetz den anderen Schulen als Regelschulen gleichgestellt werden und mindestens dreizügig sein. Das Abitur an Gesamtschulen soll im Regelfall in 13 Schuljahren erworben werden.
2. Der Fortbestand existierender Schulen dürfe nicht per Gesetz oder Verordnung untersagt werden, soweit sie die erforderliche Mindestzügigkeit erreichen. Die regionale Ausgestaltung soll in gemeinsamer Abstimmung von Schulträgern, Schulen und Eltern an den jeweiligen Standorten erfolgen.
3. Das Gymnasium soll erhalten bleiben; dort soll das Abitur nach zwölf Schuljahren erworben werden können.
4. Der freie Elternwille bei der Anwahl der weiterführenden Schulen bleibt erhalten.
Nach den entsprechenden Weichenstellungen in seinem Sinne erwartet der LER, dass “die immer wiederkehrenden Schulstrukturdebatten und Kurskorrekturen ein Ende nehmen”.


