Anspruch auf kostenlosen Schülertransport nur für allgemeinbildende Schulen bis Klasse 10
Ein in der Hildesheimer Allgemeinen geschilderter Fall der Ungleichbehandlung an der Michelsenschule bei der Erstattung von Fahrtkosten hat die Regelungen der Schülerbeförderung in den Blickpunkt gerückt.
Einen Anspruch auf kostenlosen Schülertransport haben nur Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen bis zum Ende von Klasse 10. So legt es das Schulgesetz fest. Der Ernährungszweig der Michelsenschule ist keine allgemeinbildende Schule. Auch alle anderen Schüler, die nach der neunten Klasse von einem Gymnasium an ein Fachgymnasium (etwa an die Herman-Nohl-Schule) wechseln, müssen von da an die Fahrtkosten selbst zahlen.
Im Fall der Michelsenschule sind Gymnasium und Fachgymnasium unter einem Dach. Und an der Michelsenschule bekommen auch die Fachgymnasiasten am Ende die allgemeine Hochschulreife – das ist niedersachsenweit eine Besonderheit, die speziell im Schulgesetz geregelt ist. Die Schüler aller Zweige lernen unter einem Dach, haben zu zwei Dritteln den gleichen Unterrichtsstoff und werden in manchen Fächern sogar zusammen unterrichtet. Nur im System der Schülerbeförderung werden sie vollkommen unterschiedlich behandelt. “Die einen Schüler müssen die Fahrtkosten zwei Jahre lang zahlen, die anderen drei Jahre”, konstatierte der Leiter der Michelsenschule, Dr. Rudolf Schäffer, gegenüber der Zeitung. Im Januar bereits habe er die Eltern über die Neuregelung informiert, die ein Teil der vom Land beschlossenen Schulzeitverkürzung sei.
Auf Nachfrage der Elternratsvorsitzenden gab das Kultusministerium den Tipp, beim Träger der Schülerbeförderung nachzufragen, ob dieser die Kosten “ausnahmsweise als freiwillige Leistung” gewähre. Doch Stadt und Landkreis übernehmen aufgrund der Haushaltslage nur Leistungen, die zu den Pflichtaufgaben zählen.
Für betroffene Eltern bedeutet das Zusatzkosten von mitunter mehr als 500 Euro. Mancher überlege sich daher, welche Alternativen er wähle, sagt ein betroffener Schüler der Allgemeinen Zeitung. Einige hätten sich nur deshalb für den allgemeinen Zweig entschieden, weil sie ein Jahr Fahrtkosten sparten.


