Land genehmigt offiziell fünf Oberschulen
(Hildesheimer Allg. Zeitung, 31.05.11) Harsum/Kreis Hildesheim. Die Harsumer Molitoris-Schule bekommt zum neuen Schuljahr einen Gymnasial- Zweig. Fünf weitere Schulstandorte im Landkreis Hildesheim werden ab August Oberschule, in drei Gemeinden müssen die Verantwortlichen noch auf die ersehnte Zusage warten.
Das Okay von Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) bekamen neben Harsum auch Bockenem, Lamspringe, Nordstemmen, Sarstedt und Söhlde. Dagegen müssen die Richard-von-Weizsäcker- Schule in Ottbergen sowie die Elzer Krüger- Adorno-Schule noch warten. “Die Anträge sind aber nicht abgelehnt, sie sind nur noch in Bearbeitung”, versichert Karl-Heinz Brinkmann, Fachdienstleiter beim Landkreis. Noch nicht offiziell ist auch die neue Oberschule Duingen/ Delligsen – inoffiziell haben die Verantwortlichen allerdings das Ja aus Hannover in der Tasche. Den Antrag hat der Landkreis Holzminden gestellt, denn auf dem Papier heißt die künftige Oberschule Delligsen. Duingen firmiert als Außenstelle.
Einige Schulen dürften im Zuge der Neustrukturierung auch neue Namen bekommen – weil zum Beispiel aus der Hauptschule Söhlde die Oberschule Söhlde wird. Im Einzelfall muss der Kreistag zustimmen. Etwa in Sarstedt, wo sich Hauptschule und Schiller-Realschule zur Schiller-Oberschule vereinigen wollen.
Die größten Veränderungen dürfte die Entscheidung allerdings für die Harsumer Molitorisschule mit sich bringen. Sie hat bisher Haupt- und Realschule unter einem Dach, künftig kommt ein gymnasialer Zweig dazu. “Wir sind froh und erleichtert”, erklärte Rektorin Gisela Gades gestern. “Allerdings gibt es jetzt auch ganz viel zu tun.” Heute und morgen will die Schule die Eltern der Viertklässler aus jenen Grundschulen informieren, aus denen Molitoris seinen Nachwuchs gewinnt. Es sind die Einrichtungen in Harsum, Borsum, Giesen, Hasede, Algermissen und Lühnde. Im nächsten Schuljahr nimmt Molitoris zudem auch Viertklässler aus der Stadt Hildesheim auf. Eigentlich gelten für die Oberschulen die Schulbezirke ihrer Vorgänger-Einrichtungen. Doch weil Hildesheim im nächsten Jahr die Oberschule noch nicht hat, können Eltern aus der Stadt ihre Kinder auch in Harsum anmelden. Außerdem brauchen die Harsumer Gymnasial-Lehrer – zunächst sollen welche vom Gymnasium Himmelsthür abgeordnet werden. Gisela Gades hofft auf 30 Anmeldungen für den Gymnasial-Zweig. “Dann könnten wir zwei 15er-Klassen machen, das wäre schön. Aber mehr Kinder sind natürlich auch willkommen.” Eine Umfrage unter den Eltern der Grundschüler Anfang des Jahres lässt sie zuversichtlich sein: “Das Interesse war riesig.”
Sie sieht in dem neuen Modell vor allem zwei Vorteile. Zumeinen könne, wer Abitur machen wolle, trotzdem bis zur zehnten Klasse in Harsum zur Schule gehen, was für Eltern und Kinder aus dem Nordkreis attraktiv sein könne. Zudem sei die viel zitierte “Durchlässigkeit” zwischen den Schulformen optimal gewährleistet. “Wer vom Gymnasium zur Realschule wechseln muss, aber in der Molitoris- Schule bleiben kann, empfindet den vermeintlichen Abstieg sicher weniger schlimm.” Umgekehrt könne auch der Aufstieg leichter fallen. “Und im Realschul- Zweig werden wir die Zusatzkurse für Schüler, die später aufs Gymnasium wechseln wollen, weiter ausbauen”, kündigt Gades an. Das Fernziel, in Harsum eine gymnasiale Oberstufe einzurichten, geistert auch immer wieder durch die Schule. Doch zunächst soll sich der Gymnasial- Zweig bewähren.
Räumlich sei das Ganze kein Problem, glaubt Gades. “Wir waren bisher in den Jahrgängen vier- oder fünfzügig, das dürfte auch so bleiben”, glaubt die Schulleiterin. Den zusätzlichen “Gymnasiasten” stehe der allgemeine Rückgang der Kinderzahl gegenüber. “Aber auch für sechs Züge hätten wir genug Platz”, so Gades.
Zu spüren bekommen das neue Modell in Harsum vor allem Hildesheimer Gymnasien und die Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG) – wobei letztere allerdings ohnehin immer viel mehr Bewerber als Plätze hat. Auch das Gymnasium Sarstedt könnte die eine oder andere Anmeldung weniger haben – Lühnde und teilweise Algermissen gehörten bisher zum Sarstedter Bezirk.


